Berichte

Hier könnt ihr selbstgeschriebene Berichte unserer Mitglieder lesen. Diese sind stets subjektiv und voller Abenteuer.

Trip to the Alps – mit der Dimona von Hamburg in die Berge

Autor: Tom · Text und Bilder auch im Luftsport Magazin Okt/Nov 2022

Am 15.07.2022 war es endlich soweit und es ging mit unserer Vereins-Dimona der D-KEHU auf große Tour, die Taschen waren gepackt, Flieger betankt und die Wettervorhersage für das Wochenende war bestens.

Als erstes Leg stand Boberg nach Frankfurt Egelsbach mit 400 km Luftlinie auf dem Programm, um meinen Co-Piloten Kalle (HVL Boberg), der dort seit einigen Monaten bei der DFS ist, abzuholen. Mit einem Airspace D crossing in 3500ft in Hannover sowie einem midfield crossing in Kassel ging es Richtung Frankfurt. Die ersten Kilometer bis Kassel unter einer relativ dichten Wolkendecke und ab Kassel bei strahlendem Sonnenschein.

Entlang der Skyline von Frankfurt waren es jetzt nur noch 10 km bis Frankfurt Egelsbach. Nach 2 Stunden und 15 Minuten war ich endlich in Egelsbach angekommen. In Egelsbach gelandet habe ich mich mit meiner Dimona echt klein gefühlt zwischen den großen Fliegern wie z. B. einer Cessna Citation oder PC12.

Nachdem Kalle in Egelsbach dazu gestiegen war, ging es dann gemeinsam weiter auf Flightlevel 95 und mit einer Groundspeed von 260 km/h in Richtung Vilshofen an der Donau (EDMV) weiter, wo wir für die nächsten beiden Nächte unser Zelt aufgespannt und direkt bei unserem Flieger übernachtet haben.

Aber warum genau Vilshofen? Mein Vater fliegt im HFC Hamburg e.V. und die machen jährlich ihr Fliegerlager in Vilshofen, bei dem ich öfters in meiner Kindheit war. Leider war bei uns dieses Jahr nicht geplant nach Vilshofen zu fahren, deswegen dachte ich mir … wieso nicht einfach selbst hinfliegen – mit meiner im Frühjahr frisch zur SPL-Lizenz dazu erworbenen TMG-Berechtigung war das jetzt möglich.

Am nächsten Tag ging es dann zum eigentlichen Ziel der Tour, in die Alpen. Erstes Ziel des Tages war der Flugplatz Mauterndorf (LOSM). Das witzige an dem Flugplatz war, dass die Platzrunde um einen Berg verläuft, heißt also dass man im Gegenanflug den Platz nicht mehr einsehen konnte. Allgemein war es an diesem Tag in den Alpen relativ windig und turbulent, so dass wir ordentlich durchgeschüttelt wurden. Weiter von Mauterndorf ging es zum nur 30 Minuten entfernten Flugplatz Niederöblarn (LOGO). Highlight auf diesem kurzen Leg war das Schloss Moosham, was komplett unerwartet in einer Kurve ins Tal unter unserer Fläche auftauchte.

Von Niederöblarn ging es über Linz, wo wir einen Low Approach gemacht haben, nach Sonnen (EDPS). Der Platz ist der für mich spannendste Flugplatz der Tour, die Landebahn liegt mitten auf einem Berg und hat ein starkes Gefälle. Von Sonnen flogen wir dann zurück zu unserem Startflugplatz in Vilshofen.

Zum Zeitpunkt unserer Tour war ebenfalls das Hamburger-Landesverbandsfliegerlager in Hayingen, was unser nächstes Ziel werden sollte. Mit einem Low Approach in Augsburg ging es dann also nach Hayingen in der Schwäbischen Alb. Nochmal schnell vollgetankt und schon ging es auch weiter Richtung Heimat mit einem Zwischenstopp in Osterholz-Scharmbek. Einen Low Approach in Stuttgart sowie Bremen konnte ich mir auf dem Weg natürlich nicht entgehen lassen.

Vorab-Fliegerlager auf dem Parkplatz des Einkaufscenters Breuningerland
Das „Vorab“-Fliegerlager auf dem Parkplatz des Einkaufscenters Breuningerland (Sommer 2022)

You'll never drive alone – Das Fliegerlager vor dem Fliegerlager…

Autoren: Christian und Mats · Rückblick Sommer 2022, auf nach Hayingen

Eine schöne Erinnerung daran, dass wir nicht nur im Verein ein Team sind. Die Vorfreude war groß. Für Mats und mich war es nach Polen das zweite Fliegerlager, wir wussten, was uns erwartet und auch das Schleppen eines Segelflugzeugs war nichts Neues mehr.

05:08 Uhr. Der frühe Vogel war unser Freund und wie wir später erfahren sollten, auch unser Glück. Alles war „well organized" – Wir hatten an alles gedacht, genügend Proviant für die lange Tour und die Playlist des Sommers versprühte positive Vibes – das gefühlt neue Auto zog die BC wie am Schnürchen.

13:45 Uhr. Kaum ausgesprochen, schon passierte es. Der Wagen verlor plötzlich seine Kraft, unfreiwillig fuhren wir auf den Standstreifen. Die rote Lampe im Cockpit signalisierte Motorschaden – soweit, so schlecht.

Was dann geschah, war für uns ein wahrer Glücksmoment: Unsere WhatsApp-Gruppe tauschte sich darüber aus, wer noch eine AHK frei hat, wieviel Gewicht wir haben und welche Logistik nun notwendig sei. Vom ADAC noch keine Spur, aber von Henrike, die den Plan verkündete: „Wir tauschen mit Hannes durch, er zieht dann den FES und wir die K8 und somit bekommen wir alle Flugzeuge zum Platz." In der kommenden Stunde entstand somit das „Vorab"-Fliegerlager auf dem Parkplatz des Einkaufscenters Breuningerland, siehe Foto oben.

Selbst Mats samt Gepäck konnte irgendwo noch ins Auto gedrückt werden – alle rückten zusammen und alle hatten mitgeholfen. Es war ein wirklich toller Moment!

Aber das, was hier vereinsübergreifend passiert war, davon waren wir wirklich angetan: Der Moment, in dem wir spürten, dass wir nicht allein sind und dass uns so unkompliziert und tatkräftig geholfen wurde – einfach großartig! Auch an dieser Stelle noch einmal einen Riesendank für die erfahrene Hilfe vom HVL und besonders Fischbek.

You'll never walk (or drive or fly) alone! So war es und so soll es auch immer sein!